30. April 2010
Der grosse Wurf
Wir träumen davon, wir streben danach, er gelingt selten und man weiss nicht immer, woran es liegt: der grosse Wurf.
Entwerfen ist ein komplexer Vorgang und jeder Entwurf die Basis für ein schlüssiges Projekt. Der Entwurf ist nicht allein das Resultat einer Analyse von Ort und Situation, sondern die Verknüpfung von Analyse und Aufgabe mit etwas, dass sich nur schwer fassen lässt: Die Idee, die Inspiration, der Kuss der Muse – indes, sie küsst nicht jeden Tag!
Dem erfolgreichen Landschaftsarchitekten stellt sich permanent und vehement die Frage nach der geistigen Nahrung, nach den Ingredienzien seiner Kreativität; immer im Bestreben, plausible und adäquate Antworten auf mehr oder weniger präzis formulierte Fragen zu finden. Landschaftsarchitekten bewegen sich auf einem schmalen Grat zwischen Hors-Sol-Kreativität und dem im Ort Inhärenten, welches man mit geeignetem Werkzeug lediglich freizulegen braucht. Es geht also um nicht weniger als die Genesis der Landschaftsarchitektur, den Schöpfungsprozess an sich.
Woher kommt eine Gestaltungsidee?
Woher kommen die (Vor-)Bilder?
Ist die Lösung bereits in der Fragestellung enthalten?
Gibt es den Genius loci und wie lässt er sich destillieren?
Wie rechtfertige ich meinen Entwurf?
Was macht gute Landschaftsarchitektur aus?
Solche und weitere Fragen möchten wir am Rapperswiler Tag 2010 diskutieren.