Freitag, 12. April 2013
ALL INCLUSIVE! Den Massstab neu definieren

Bis vor wenigen Jahren zog sich berlinmässig eine scharfe Trennlinie durch die Landschaftsarchitektur, jene zwischen Freiraumentwurf und Landschafts­planung. Zwischen den Massstäben, den methodischen Ansätzen und Instru­menten lagen Welten. Seit Parolen wie «die Schweiz ist eine Stadt» oder «Landschaft ist überall» nähert sich indessen die Schnittmenge der beiden Konzepte der 100-Prozent-Marke. Mit der Emulsion von Stadt und Land, von Projektierung und Planung, entsteht etwas völlig Neues, das mehr ist als die Summe beider Teile und nicht mehr auseinanderdividierbar.

Siedlungen und Infrastrukturen breiten sich immer weiter aus, sind dispers und rufen nach einer Betrachtung weiter Landstriche als Siedlungsfreiräume, mit einschneidenden Konsequenzen für Identität, Nutzung und Gestalt. Städter eignen sich siedlungsnahe Landschaften an und produzieren so Freiräume. Auch Wald und Landwirtschaftsgebiete können sich nicht länger nach eigenen Regeln entwickeln, sondern sind Teil des gestalteten Lebens­raums. Der Anteil der Landschaftsproduktion gegenüber der Holz- resp. Nahrungsmittel­produk­tion steigt darin laufend. Die Nachfrage ist ungebremst und die grossmass­stäbliche Landwirtschaftsästhetik verabschiedet sich als Resultierende der Ökonomie in Richtung Wunschbild erholungssuchender Städter.

Die Definition von Entwicklungszielen für diese neuen Landschaften und die Umsetzung im Rahmen von Projekten ist geradezu zwangsläufig. Wir disku­tieren am Rapperswiler Tag 2013 die Herausforderungen der integralen Sicht auf den Raum und zeigen die guten Beispiele.

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